Die Publikation „Orientation & Identity“ präsentiert zeitgenössische Porträts internationaler Auftraggeber_innen und Gestalter_innen sowie ihre Arbeit an Orientierungssystemen und räumlichen Interventionen. Über zahlreiche Interviews bietet das Standardwerk zur Signaletik detaillierte Einblicke in die noch junge Gestaltungsdisziplin. Ergänzt wird das Buch durch ein umfassendes Glossar zum Themenfeld.

Projektseite im Buch

Gute Signaletik nimmt Rücksicht auf unterschiedliche Bedürfnisse
In einem Krankenhaus befinden sich viele Menschen in einem Ausnahmezustand. Beispielsweise ein Verletzter, der den Weg zur Notfallambulanz sucht, hat weder Zeit noch Nerven, sich ausführlich zu informieren. Er muss den Weg blind finden — von diesem „Worst Case“ muss in der Gestaltung also ausgegangen werden. Der Schlüssel liegt im Inclusive Design, das ein breites Spektrum an Lösungen bietet, um allen, nicht nur Menschen mit Behinderungen, zu helfen und Orientierung zu ermöglichen. Diese beginnt bei kontrastreicher, großer Schrift und reicht über intuitiv erfassbare Piktogramme und die verständliche Wortwahl bis zur Mehrsprachigkeit, die auch ein politisches Statement der Offenheit und Toleranz etabliert. Verschiede kulturelle Prägungen der Nutzer_innen und das individuelle Auffassen von Information sind immer wieder Herausforderungen für die Gestaltung, die die beste Orientierung für alle bieten will.

Wie unterschiedlich die Herausforderungen im Neuland der Signaletik sind, zeigen die Projekte und Haltungen der vorgestellten Gestalter_innen. Was sie gemeinsam haben, ist der Anspruch, über die Grenzen der Disziplinen hinaus zu gestalten. Die Signaletik verbindet sie miteinander und wirkt als identitätsstiftende Kraft, die neue und überraschende Perspektiven öffnet.

Herausgeber
Erwin K. Bauer und Dieter Mayer

Erschienen 2008
Springer-Verlag, Wien
480 Seiten, 550 Abbildungen farbig.
ISBN 978-3-211-79189-9