Im vierten Include-Talk diskutierten Constanze Langer, Martin Fössleitner und Florian Leiler gemeinsam mit Erwin K. Bauer über die Bereitstellung von Information an der Schnittstelle von analogem zu digitalem Raum.

Immer selbstverständlicher bewegen wir uns in physischen und digitalen Räumen, benutzen Devices zur Orientierung im realen Umfeld und verlagern soziale Interaktion zunehmend in die digitale Welt. Intuitiver Medienwechsel und selbstständige Navigation sind dabei Grundsatz des fairen Zugangs zu Räumen. Florian Leiler berichtete im Intro von einem aktuellem Projekt der Firma indoo.rs , die sich auf digitale Navigationslösungen im Innenraum spezialisiert hat. Am Flughafen San Francisco findet ihre Technologie Einsatz, die Menschen beim Zurechtfinden im Raum und beim Finden von bestimmten Zielpunkten bis auf 2m Genauigkeit Hilfe leistet. Dabei werden alle verfügbaren Sensoren auf mobilen Geräten mit verschiedenen Funksignalen kombiniert. Einen Kurzeinblick in das Projekt gibt folgendes Video.

Constanze Langer, Professorin für Interface-Design an der FH Potsdam sprach sich gegen die Bevormundung durch digitale Information aus. Diese solle zwar selbstverständlichen allen Menschen – egal mit welchem Hintergrund – zur Verfügung stehen, besonders dabei können neue Technologien hilfreich sein. Sie sieht jedoch die Gefahr, nur noch Content vorkuratiert serviert zu bekommen und nicht mehr selbst zu entdecken – oder beispielsweise in einer sozialen Interaktion von einer guten Adresse für Kaffee erzählt zu bekommen.

Informationsdesigner Martin Fössleitner von der High-Performance Gesellschaft plädierte für Geduld im Umgang mit neuen Technologien – sie seien immer schon als Bedrohung des sozialen Miteinanders aufgefasst worden, von Zeitung bis iPod. Ihr Gebrauch würde sich immer mit der Zeit naturalisieren und die humane Ebene von Informationsaustausch dennoch nicht verloren gehen. Wichtig ist ihm dabei die Balance zwischen Mensch und Maschine – und der klare Absender des Angebots oder einer Information.

In der anschließenden Diskussion wurde dabei die Notwendigkeit von guter Kommunikation hervorgehoben: diese  berücksichtigt alle räumlichen Dimensionen und stellt die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt von technischer Entwicklung und Gestaltung. Die Schnittstelle, an der zwischen analogen und digitalen Medien gewechselt wird, stellt dabei die größten Herausforderungen. Schlussendlich muss nahtlose Information gewährleistet sein, um selbst entscheiden zu können, wie viel davon in Anspruch genommen wird.

Den Talk gibt es hier exklusiv zum Nachhören!