Seit mittlerweile Jahrzehnten gibt es weltweit immer wieder Bemühungen, ein anderes Piktogramm für Barrierefreiheit zu entwickeln. Das international angewendete Icon ist gut 47 Jahre alt, stammt von der dänischen Designerin Susanne Koefoed und wurde über die Empfehlung der UN als Standard verbreitet.

Eine Guerilla Action in den USA bringt nun Bewegung in das starre Symbol eines Menschen im Rollstuhl. Mit semi-transparenten Klebern überklebt die Initiative Accessible Icon Project Schilder in Boston und vollziehen mit der dazugehörigen Petition einen Vorstoß in Richtung der Darstellung eines aktiven, dynamischen Individuums. Der Govenor von Connecticut will dieses Symbol nun ab 2017 zum Standard machen – und wenn dies gesetzlich umgesetzt wird, würde das ein längst überfälliges internationales Update des Zeichens nach sich ziehen.

➙ Jetzt die Petition Change the Sign, Change the Attitude unterzeichnen!

Menschen mit Seheinschränkung sind im Umgang mit Computern auf die Sprachausgabe oder auf teure Braille-Bildschirme angewiesen. Zukünftig soll der Zugang zu Information drastisch billiger und leichter werden: Eine an der University of Michigan getestete neue Technologie setzt auf luft- bzw. wassergefüllte Kammern in Displays, die sich zu tastbaren Formen anordnen. Damit werden der Zukunft klare Zeichen gesetzt!

➙ Mehr dazu unter diesem Link!

Der dritte Talk der INCLUDE-Diskussionreihe widmete sich dem Thema Migration mit Fokus auf die Notwendigkeit einer adäquaten Informationsvermittlung – und formulierte den Aufruf, ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln.

Ankommende Flüchtende sind oft verunsichert – Informationen fehlen, sind widersprüchlich oder nicht erkennbar.
Wie können diese klar für sie aufbereitet und ihnen damit Sicherheit vermittelt werden? Wie können Unterschiede der Herkunft, der sprachlichen Fähigkeiten und des Bildungsstandes überbrückt – und eine gleichberechtigte & selbstständige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben geschaffen werden?

Sprecherinnen

Das Podium diskutierte die Thematik aus verschiedensten Perspektiven: Roland Verwiebe von der Universität Wien brachte aktuelle Zahlen aus der Stadtentwicklung; Alexander Tröbinger vom Roten Kreuz berichtete von tatsächlichen Herausforderungen in der Betreuung von Flüchtenden;
Asmaa Hemdan vom Österreichischen Integrationsfonds gab Einblicke in den Umgang zwischen Helfenden und Flüchenden; Katharina Benedetter von der International Organization
for Migration beschrieb Vorab-Informationsprojekte
in Transitstaaten.

Lebhafte informelle Gespräche am orientalischen Buffet verliehen dem Abend einen positiven Ausblick auf ein vielfältiges Miteinander.

Situation am Buffet

Den ganzen Talk gibt es hier exklusiv zum Nachhören!

Talk No.3

24. November 2015
Einladung

Integration durch Information: Diskussion über Inclusive Design als Ausdruck respektvoller Vielfalt

➙ in der Alpenmilchzentrale, Weyringergasse 36, 1040 Wien, ab 18.30 Uhr

Der faire Zugang zu Information & Raum ist ein wichtiger Schritt zur Integration von Migrant_innen. Dass daran mehr denn je gearbeitet werden muss, zeigen die aktuellen und krisenhaften Entwicklungen: für 2015 werden in Österreich 80.000 Asylanträge erwartet – verglichen zum Vorjahr mit 28.100. Die ankommenden Flüchtlinge sind oft verunsichert – Informationen fehlen, sind widersprüchlich oder nicht erkennbar. Wie kann man diese klar für sie aufbereiten und ihnen damit Sicherheit vermitteln? Wie können Unterschiede der Herkunft, der sprachlichen Fähigkeiten und des Bildungsstandes überbrückt werden und eine gleichberechtigte & selbstständige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben geschaffen werden?

Es diskutieren:
Asmaa Hemdan
Roland Verwiebe
Alexander Tröbinger
Katerina Kratzmann

Moderation
Erwin K. Bauer

Im Anschluss freuen wir uns auf weitere Gespräche bei Wein und Snacks!

Anmeldung unter office@include-initiative.org

Das Podium

BA Asmaa Hemdan, Integrationskoordinatorin beim ÖIF – Integrationsfonds. Studentin der Politikwissenschaft an der Universität Wien, momentan Masterarbeit zum Thema Flüchtlingspolitik in Österreich. Absolventin der Biber-Akademie für Journalismus. Außerdem im Jugendbereich sowie im Flüchtlingsbereich in unterschiedlichen Organisationen ehrenamtlich tätig.

Foto Katerina Kratzmann

Dr. Katerina Kratzmann, Büroleiterin des Landesbüros für Österreich der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Mitglied der UN Task Force zur Messung zirkulärer Migration, Mitglied des österreichischen Expertenrates für Integration, Engagement in der Lehre zu Migrationsthemen in unterschiedlichen Foren. Graduierte in Europäischer Ethnologie und Kulturwissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin, mit Doktorarbeit in Europäischer Ethnologie zum Thema irreguläre Migration in Österreich.

Foto Alexander Tröbinger

Mag. Alexander Tröbinger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Wiener Roten Kreuz. Davor Pressesprecher und Leiter der Internen Kommunikation bei der UniCredit Bank Austria. Viele Jahre als Freier Journalist zu den Themenbereichen Medien, Film, Gastro und Reisen sowie als PR-Berater für NGO´s wie z.B. Licht für die Welt und Straßenkinder in Bukarest tätig. Studium der Publizistik und Germanistik.

Foto Roland Verwiebe

Dr. Roland Verwiebe, Universitätsprofessor am Institut für Soziologie der Universität Wien. Leiter mehrerer Forschungsprojekte und stellv. Institutsvorstand. Arbeitsschwerpunkte: Arbeitsmarkt, Migration, Bildung, soziale Ungleichheit. Studium und Promotion in Sozialwissenschaften, Berlin und New York City.

Hospital Concepts

30. Oktober 2015

Welchen Einfluss haben Architektur und Gestaltung auf die Qualität eines Gesundheitsbaus? Die maßgebliche Fachkonferenz zu Planung, Errichtung und Betrieb von medizinischen Zentren findet in Berlin statt – das buero bauer stellt dabei relevante Projekte vor, die Inclusive Orientation Design im Health Sector veranschaulichen.

➙ Mehr Infos auf der Veranstaltungsseite: http://www.hospital-concepts.de/index.html

Die aktuelle Flüchtlingswelle und die immer schneller entstehenden Notunterkünfte verlangen nach alltagspraktischen Lösungen für ein besseres Miteinander. Das einfach verständliche “First Aid Kit” für Erstaufnahmezentren liefert die wichtigsten Infos mittels Icons und geht auf ethnische Besonderheiten ein.

Der faire Zugang zu Information & Raum ist ein wichtiger Schritt zur Integration von Migrant_innen. Sie sind oft verunsichert, wenn sie in ein neues Land, eine neue Unterkunft kommen. Informationen fehlen, sind widersprüchlich oder nicht erkennbar. Diese sind jedoch erster Schritt, um eine selbstständige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Piktogramme kommunizieren sprachunabhängig, können Unterschiede von Bildungsniveau und sozial geprägter Wahrnehmung überbrücken. Auf diesem Verständnis basiert das iconbasierte “First Aid Kit” für Flüchtlingsnotunterkünfte.

Piktogramm Arzt

Um sich gegen die Zettelflut abzuheben, wird das Infosystem durchgängig Schwarz auf neongrünem Papier gedruckt. Die Zeichenkombination aus Kreuz und Halbmond kombiniert die kulturell unterschiedlichen Hinweise auf Erste Hilfe.

Piktogramm Dusche ist keine Toilette

Oft ergeben sich Missverständnisse aus baulichen Unterschieden, wie der z.B. im arabischen Raum üblichen Hock-Toilette, als welche Duschen in Österreich manchmal verstanden werden. Oder Klomuscheln, in denen statt in Mistkübeln Müll entsorgt wird.

Wie kann Vielfalt und Respekt in einem Zeichen vereint werden? Das Piktogramm für das Frauen-WC lässt verschiedene kulturelle Lesarten zu: ob Kopftuch oder Frisur – eine sinnvolle Lösung für alle!

Welcome Plakat
Abreisszettel Adresse

Welcome! You are here. Das sind Botschaften, die den Migrant_innen nach langer Flucht Sicherheit vermitteln.

Das Projekt ist eine Initiative des buero bauer und befindet sich ständig in Weiterentwicklung. Die Daten des “First Aid Kit” werden nach Creative Commons-Prinzipien an Initiativen und Engagierte frei weitergegeben. Informationen darüber auf der Homepage des buero bauer!

Step Ahead!

22. Oktober 2015

Die Walk21 ist eine großformatige Konferenz im Wiener Rathaus, die sich in international besetzten Programmschienen der Zukunft einer für alle zugänglichen Stadt widmet. Das Gehen ist der Aufhänger für alle Themenblöcke:

➙ Walking towards new public spaces
➙ Walking towards resilient cities
➙ Walking towards safety and health
➙ Walking together

Wir freuen uns, Inklusion im urbanen Raum in diesem Rahmen mitzudiskutieren. Unser Pecha Kucha-Vortrag “Moving towards Inclusion: How to guarantee equal and fair mobility for everyone” findet am Donnerstag, um 15.30 Uhr im Wiener Rathaus statt.

➙ Mehr in der Programminfo: http://walk21vienna.com/conference-program

A-Tag

25. September 2015

Der seit 2006 jährlich stattfindende Event ist Treffpunkt für Informationsaustausch zum Thema Internet-Accessibility. Das Programm verspricht Einblicke in Tools, Techniken & Trends – wir werden über die neuesten Entwicklungen zum Thema barrierefreies Web & Orientierung berichten! Die Konferenz ist frei und selbstverständlich barrierefrei zugänglich.

➙ Link zur Veranstaltung: http://atag.accessiblemedia.at

Dots ist eine Uhr für blinde und seheingeschränkte Menschen, die gleich drei Probleme auf einmal lösen soll. Nur 1% aller Bücher werden in Braille übersetzt. Ein durchschnittliches Braille-Lesegerät kostet nach wie vor zu viel. Deswegen geben viele Menschen das Braille-Lesen auf.

Ein koreanisches Start-up Unternehmen entwickelt gerade eine Armbanduhr, deren schlichtes Design sich auf ihre tatsächliche Funktionalität konzentriert. Ausgestattet mit einer Uhr, einem Alarm und Bluetooth 4.0, ermöglicht sie durch ihre Braille-Oberfläche Navigation durch Text, Social Media, Bücher. Am Handgelenk getragen, verschafft die Dots-Uhr Informationszugang jederzeit.

➙ Mehr Informationen zur Vorbestellung des Device auf der Homepage: http://fingerson.strikingly.com

Menschen in prekären Lebenslagen Zugang zu Hilfe zu ermöglichen, ist Teil einer inklusiven Gesellschaft. Außenseiter_innen wie Obdachlosen einen Rückzugsort, eine Anlaufstelle bereitzustellen, kann oft der notwendige Schritt zu einem würdevollen Leben sein. Inclusive Design begleitet Menschen dabei respektvoll.

Das Architektur-Magazin Cube berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über das Caritas-Haus am Wiedner Gürtel, und damit über ein wichtiges Beispiel für Inclusive Design des buero bauer

Link zum Artikel

Auch auf der Website des buero bauer finden sich weiterführende Informationen!