Florian Szeywerth ist angehender Architekt beim Österreichischen Institut für Schul- und Sportstättenbau. Sein Arbeitsfeld konzentriert sich auf die Planung von barrierefreien Sportstätten und Bildungsbauten. Besonders interessieren ihn Lösungen, die funktionell, innovativ und erfahrbar für ein möglichst breites Spektrum an Nutzer_innen sind.

Was motiviert dich zu deiner Arbeit und was ist dabei dein Interessensschwerpunkt?
Motivation ist immer wieder etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren. Ich habe das Glück in meinem Arbeitsumfeld verschiedenste Schwerpunkte zu verfolgen, in denen ich meine Entdeckungsreisen unternehmen kann. Von allgemeinen Bereichen wie Architektur und Design sowie Sport und Bildung bis zu spezielleren Themen wie Entfluchtung von Gebäuden und Design for All.

Was findest du an der Thematik des Inclusive Designs spannend?
Dass oftmals mit ganz einfachen Mitteln und intelligenter Planung ein Mehrwert für sehr unterschiedliche Nutzer_innengruppen geschaffen werden kann.

Wo finden Innovationen statt, die dich in deinem Tun inspirieren?
Interessant ist, dass wir Zugang zu so vielen unterschiedlichen Informationsquellen haben die weltumspannend sind – und damit auch zu den Innovationen die anderswo stattfinden. Ich will dabei immer möglichst viele thematisch unterschiedliche Quellen anzapfen. So sind z. B. neue Innovationen aus dem Sportausrüstungsbereich auch für den alltäglichen Gebrauch von Menschen mit Behinderung interessant. Oder so kann beispielsweise vom Umgang mit den beengten Raumressourcen in den Großstädten Japans viel über Raumorganisation und die Gestaltung der Einrichtung gelernt werden.

Flo Szeywerth in einem Kimono in Japan

Du bist ja durch deine japanische Ehefrau stark mit dem Land verbunden — in wie fern wird dort mit dem Thema Inklusion umgegangen?
Japan ist das Industrieland mit der kopflastigsten Alterspyramide. Dem entsprechend präsent sind auch ältere Menschen im Alltag. Beeindruckend ist für mich dabei immer wieder, wie viele ältere Menschen vor allem in kleineren, vermeintlich „unwichtigen“ Jobs wie als Einweiser_in auf einem Parkplatz etc. berufstätig sind. Das diese Stellen nicht wegrationalisiert werden zeigt, dass älteren Menschen, auch kulturell bedingt, ein hoher Respekt entgegengebracht wird.

Ein respektvoller Umgang ist meiner Meinung nach ein wichtiger Schlüssel zum Thema Inklusion.

Florian Szeywerth

Was sind die markanten Unterschiede hinsichtlich Inclusive Design zwischen Japan und Österreich, was können wir noch lernen?
Die hohe Servicequalität im Alltag ist der markanteste Unterschied. Neben allen speziellen baulichen und einrichtungstechnischen Maßnahmen, wie z. B. taktilen Bodenleitsystemen, taktilen Plänen etc., die fast durchgängig in einer hohen Qualität umgesetzt werden, ist die alltägliche wertschätzende Kommunikation der größte Pluspunkt! Um Hilfe fragen macht auch als Tourist_in ohne Kenntnis von den Schriftzeichen, der Sprache und den kulturellen Geboten Spaß. Du wirst dafür nie verachtende Blicke ernten, in ein ang’fressenes G’sicht schauen oder abserviert werden … für alle eine Wohltat im Miteinander.

In welcher Situation oder an welchem Ort fühlst du dich am wohlsten?
Ortsunabhängig beim Blödeln und Spaß haben mit meiner Familie!

Was wünscht du dir von deinen Mitmenschen?
Positive und interessante Kommunikation.

Welchem Symbol würdest du dich instinktiv zuordnen?
Dem Auge, da ich gerne beobachte, um so mehr über meine Umwelt zu erfahren.

VisionPlus

4. September 2014

Die Designkonferenz für wegweisende Datenvisualisierung nach Otto & Marie Neurath präsentiert in seinem Programm Transformer_innen und ihre Arbeit.

The transformer is someone who is working on behalf of the audience and intermediary, someone who mediates between the experts and the lay audience you’re trying to communicate with. (Roger Miles 2008).

➙ Link zum Konferenzprogramm

Leitsysteme führen mittels Wegweisern zu den einzelnen Zielorten, die Wegeführung vom Eingang bis zum gesuchten Ziel und natürlich wieder zurück zum Ausgang. Der Begriff wird im Sprachgebrauch meistens mit Beschilderung gleichgesetzt.

Der Stadtmarketing Austria Praxistag zum Thema „Barrierefreiheit in Einzelhandel und Tourismus“, welcher am 12. Juni in Hall in Tirol stattfand, stieß auf großes Interesse seitens der österreichischen Citymanager_innen und Tiroler Unternehmerschaft. Es handelt sich dabei um ein Thema, das aber nicht nur den 60 Teilnehmer_innen der Tagung unter den Nägeln brennt: Bis 1. 1. 2016 wird Barrierefreiheit von öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten gesetzlich gefordert. Bei Verstößen kann von den Betroffenen Schadenersatz wegen Diskriminierung gefordert werden.

Die Referent_innen, darunter Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger und Architektin DI Ursula Spannberger, thematisierten die große Bandbreite des Begriffs „Barriere“, welcher allzu oft auf die bauliche Gestaltung von Räumlichkeiten reduziert wird. Aber nicht nur Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, sondern auch seh- oder hörbehinderte, geistig oder psychisch eingeschränkte Personen stoßen in ihrem alltäglichen Leben häufig auf Barrieren. All diese Personengruppen machen in Österreich ca. 20% der Bevölkerung aus. Erwin Buchinger führte anschaulich und kompetent durch die geltende Gesetzeslage, die eine Übergangsfrist für barrierefreie Maßnahmen für öffentlich zugängliche Orte und Gebäude bis Ende 2015 vorsieht.

Ursula Spannberger brachte positive und negative Beispiele aus dem Stadtraum und dem Innenraum von öffentlichen Gebäuden, Hotels und Geschäften, die von den anwesenden Mitgliedern des Behindertenbeirats der Stadt Hall zusätzlich kommentiert und bewertet wurden. An der Fülle der nicht geglückten Umsetzungen, die teilweise in gutem Glauben erfolgten, ist zu erkennen, welche Wissenslücken hier immer noch bestehen. Es gibt nur wenige so uneingeschränkt und umfassend gelungene Maßnahmen wie das Leitsystem der neuen Wirtschaftsuniversität in Wien.

Mag.a Petz von der Austrian Accessibility Academy Linz und JKU Linz (Institut Integriert Studieren) stellte in ihrem Beitrag zur „eAccessiblity“ die Kriterien barrierefreier Homepages und Web-Inhalte in den Mittelpunkt. Das Thema „Barrierefreiheit im Tourismus“ wurde von Mag.a (FH) Gleirscher (Tirol Werbung GmbH) behandelt: mit der Initiative Tirol barrierefrei hat die Tirol Werbung eine Plattform ins Leben gerufen, welche einen umfassenden Zugriff auf barrierefreie Urlaubs- und Freizeitangebote ermöglicht. Im Vortrag erläuterte Frau Gleirscher, welche Qualitätskriterien solche Angebote erfüllen müssen und was bei Qualitätsüberprüfungen barrierefreier Unterkünfte zu beachten ist.

Mag.a Inga Horny, Präsidentin des Dachverbandes Stadtmarketing Austria, rät den UnternehmerInnen, umgehend Maßnahmen in Richtung barrierefreie Räumlichkeiten, Leitsysteme und Webinhalte einzuleiten. Ein erster Schritt könnte z. B. darin bestehen, Behindertenorganisationen zu einer Begehung der Firmenräumlichkeiten einzuladen und/oder die Unternehmens-Webseite auf deren eAccessibility testen zu lassen. Dass in vielen Städten aus angeblichen Denkmalschutzgründen Umbauten verhindert werden, ist für die Referent_innen nicht nachvollziehbar und stellt sich letztlich oft als Gerücht heraus: es sollte das Prinzip „zuerst der Mensch, dann der Stein“ gelten. Beim abschließenden Rundgang durch die Innenstadt von Hall wurde an vielen konkreten Beispielen erläutert, wie Barrierefreiheit auch in denkmalgeschützten Bereichen realisiert werden kann. Bereits im kommenden Jahr, kann man die Beispiele, die sich derzeit in Realisierung befinden, selbst erleben. Ihre Umsetzung wird vom Behindertenbeirat, in dem alle erforderlichen Expertisen vertreten sind, begleitet.

Bildnachweis und Rückfragen: Stadtmarketing Austria, Eva Demelmair, MA; Münzgasse 1/2, 5020 Salzburg, +43/662/845453-16, office@stadtmarketingaustria.at

Das Zusammenspiel unzähliger Faktoren bestimmt den Grad an Lesbarkeit, von unlesbar bis optimal. Wie dieses Zusammenspiel zu messen ist, ist eine bisher ungelöste Frage.

Jan Filek

Es kann keine endgültige Aussage getroffen werden welche Schrift und Schrifttyp für einen besseren Lesefluss geeignet ist. Neben unzähligen Faktoren, die den Grad der Lesbarkeit bestimmen kommt es auch immer auf die Lesegewohnheiten des Lesenden an. Allgemein gesagt werden kann, dass eine Schrift, egal ob diese für ein Leit- und Orientierungssystem oder für ein anderes Medium eingesetzt wird, ästhetisch, funktional und in den Kontext des zu realisierenden Projektes passen sollte. In erster Linie darf sie neugierig auf den Inhalt machen; die Chance, dass die Leser_innen die Inhalte dann eher lesen, ist nicht widerlegt, aber zu mindestens gegeben.

Auswahlkriterien

Es gibt verschiedene Kriterien, die bei der Schriftsuche beziehungsweise Schriftwahl für ein Informationssystem sehr dienlich sein können:

1) Die Buchstaben einer Schrift sollten sich deutlich voneinander unterscheiden
2) Die Buchstabeninnenräume (Punzen) sollten groß und offen sein
3) Eine große x-Höhe kann für die Lesbarkeit einer Schrift ebenfalls entscheidend sein.

Wichtig, im Speziellen bei Informationssystemen für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung ist, dass die Zielgruppe im Vorfeld mit ihren Lesegewohnheiten, ihrer Motivation und ihrer persönlichen Lesefähigkeit genauestens untersucht wird, um anschließend eine gestalterische Lösung zu finden, die für alle zufriedenstellend ist.

Die x-Höhe
Sven Neumann hat sich 2011 in seiner Bachelorarbeit mit der Leserlichkeit von Schrift im öffenltichen Raum beschäftigt. In dieser Studie hat er neun Schriften auf ihre Versal- und x-Höhen verglichen. Dabei konnte er folgendes nachweisen: Das Verhältnis von 67 bis 69% zwischen Versal- und x-Höhe beeinflusst die Leserlichkeit einer Schrift entscheidend. Schriften, die auf eine gleiche Versalhöhe skaliert wurden und deren x-Höhe größer als 69% waren, konnten aus weiter Entfernung besser gelesen werden als Schriften, die mit einer größeren Versalhöhe auf eine gleiche x-Höhe skalierte wurden. Eine große x-Höhe gewährleistet eine gute Lesbarkeit – zu groß sollte sie nicht ausfallen, damit sich die Buchstaben mit ihren Ober- und Unterlängen noch gut voneinander unterscheiden können. Eine gute Faustregel könnte also lauten:

Die x-Höhe muss in einem maßvollen Verhältnis zur Versalhöhe stehen.

Jan Filek

 

Die Buchstaben
Eine ideale Buchstabenform sollte den Grundformen entsprechen, aber gleichzeitig charakteristische Eigenschaften aufweisen. So ist laut Ralf Hermann eine Schrift gut lesbar und unterscheidet sich deutlich von anderen.

 

DIN Norm 1450
‚Schriften — Leserlichkeit‘ (Download 85,20 € / Versand 90 €)
Die überarbeitete DIN Norm 1450 beschreibt die Leserlichkeit von Texten im öffentlichen Raum mit Berücksichtigung der Bedürfnisse von Älteren und sehbeeinträchtigten Menschen.

ÖNORM A 6015
‚Schriften; serifenlose Linear-Antiqua; Druckschriften für Beschriftungen‘ (Download 84 € / Versand 105 €)

Der Begriff wayfinding wurde von Kevin Lynch in seinem 1965 erschienenen Buch The Image of the City geprägt. Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit sich in einer (unbekannten) Umgebung anhand von Sinneseindrücken und Hinweisen aus der näheren Umgebung zurecht zu finden.

Wayshowing bezeichnet die Planung und Gestaltung von Orientierungshilfen.
Im Gegensatz dazu benennt der Begriff Wayfinding die Tätigkeit, wie wir unseren Weg in unbekannten Umgebungen finden, um an unser Ziel zu gelangen. Um mit Hilfe eines Orientierungssystems diesen Prozess positiv unterstützen und Hilfestellungen geben zu können, benötigt es vorab eine Beschäftigung mit der räumlichen Umgebung und den Bedürfnissen der Nutzer_innen.

Wayshowing and wayfinding relate to each other like writing and reading.Wayshowing precedes and enables wayfinding.

Per Mollerup

Ursula Spannberger ist Architektin, Mediatorin und Entwicklerin der nutzungsorientierten RAUMWERT-Analyse. Ihr Büro in Salzburg beschäftigt sich mit partizipativer Qualitätssteigerung von Architektur. Dabei werden in Gruppenarbeit die betreffenden geplanten oder gebauten Räume untersucht und auf das persönliche Befinden und die Bedürfnisse der Nutzer_innen kooperativ optimiert.

Wie lässt sich Ihr Arbeitsfeld an der Schnittstelle Architektur und NutzerInnen beschreiben? Welches Anliegen und welche Motivation steckt hinter Ihrer Arbeit als „Raumwert-Analytikerin“?
Mein Anliegen ist Empowerment, raus aus der Opferhaltung – rein in die Eigenverantwortung! Aus der Erkenntnis, dass Raum auf uns alle wirkt und nach meiner Überzeugung, dass jede/r das für sich spüren kann, kam der Wille, diese Wirkung für Menschen aktiv nutzbar zu machen und ihnen mit einer neu entwickelten Methode ein Werkzeug und eine Sprache dafür zur Verfügung zu stellen. Im Sinn von ‚form follows function’ — Form folgt der sozialen Funktion!

RAUM.WERTanalytiker_innen sind alle, jede/r einzelne, nicht nur ich!

Ursula Spannberger

Weil der RAUM.WERT nicht objektiv bestimmt werden kann, er ist immer subjektiv. Deshalb kann darüber auch nicht gestritten werden, so wie über beispielsweise Schönheit. Aber man kann sich gemeinsam über Bedürfnisse abstimmen. Quasi als Nebenprodukt ergeben sich Veränderungen und Entwicklungen in den Beziehungen untereinander, die z. B. für Unternehmen in Change Management Prozessen genutzt werden können. Mit Großgruppenmethoden aus der holistischen Organisationsentwicklung ist diese Abstimmung auch für eine sehr große Anzahl von Menschen individuell und gemeinsam möglich. Menschen, die sich mit ihren Anliegen und Bedürfnissen gehört und wahrgenommen fühlen, sind viel eher bereit, auch Kompromisse zu machen oder (finanzielle) Grenzen zu akzeptieren. Meine Motivation für diese Arbeit ist die Freude, die Menschen haben, wenn sie — endlich — gefragt werden und soziale Nachhaltigkeit das gemeinsame Ergebnis ist.

Was sind typische, exemplarische Aufgaben bzw. Projekte, mit denen Sie sich konfrontiert sehen?
Ich arbeite auf allen Gebieten, die mit Raum und seiner Veränderung zu tun haben, von der kleinsten Wohnung über Gebäude für Unternehmen oder Bildungsbauten bis hin zu städtischen Außenräumen. Exemplarisch möchte ich das ICT&S Center der Universität Salzburg, den Schulcampus Neustift im Stubaital mit der Zusammenlegung von drei Volksschulen, einer Neuen Mittelschule, einer Schihauptschule und einem Internat an einem neuen Standort sowie das Konferenzzentrum von Infineon in Villach nennen.

Architekturbeispiel Infineon Villach

Sie arbeiten mit Tools unterschiedlichster Methodiken und haben zusätzlich 9 Parameter zur Raumwertanalyse festgelegt. Wie lassen sich diese beschreiben?
Sie sind ein Hilfsmittel dafür, sich in Alltagssituationen hineinzuversetzen, den eigenen Bedürfnissen an den Raum nachzuspüren, diese dann zu formulieren und mit den anderen Nutzer_innen der Räume zu verhandeln. Die einzelnen RAUM.WERTE sind nicht streng voneinander abgegrenzt, sie spiegeln sich in anderen wider und können so von verschiedenen Seiten beleuchtet, auf verschiedene Tätigkeiten hin abgeklopft werden. Beispielsweise hat der Raumwert 2 (RW), „Orientierung und Übersichtlichkeit“ auch Aspekte in RW5 „Weglängen und Wegqualitäten“, eventuell aber auch in RW9 „Selbstbild/Fremdbild“ anhand der Fragestellung „Wie komme ich zu dem Gebäude des Unternehmens, in dem ich arbeite? Wie wirkt es nach außen? Heißt es mich und andere willkommen? Wie bewege ich mich darin?“

Diskussionsgruppe

Am Ende einer Analyse steht ein räumlicher Qualitätskatalog — wie wird dieser entwickelt und wie findet er konkret Umsetzung?
Der räumliche Qualitätenkatalog wird von uns aus den Ergebnissen des ersten und zweiten Großgruppenworkshops (und allem, was in diese hineinspielt, z. B. Erkenntnisse aus Exkursionen, etc.) „destilliert“ und danach noch einmal mit der Steuerungsgruppe abgestimmt. Er besteht aus einem textlichen Teil, der über räumliche Qualitäten und Zusammenhänge informiert und einem klassischen Raumprogramm in Form einer Tabelle mit m2-Erfordernissen (meist von — bis …). Der Katalog ist dann Grundlage und Briefing für die eigentliche Planung, sei es als Direktauftrag oder mittels Wettbewerb. Er dient für die Nutzer_innen auch immer wieder als Rückversicherung und Referenz auf das, was sie brauchen und sich gewünscht haben. Damit können sie den ihnen präsentierten architektonischen Entwurf immer wieder gegenchecken.

Wie lässt sich Ihre gedankliche Klammer, die Inklusion, als selbstverständliche Haltung eines Miteinanders in eine breitere Öffentlichkeit bringen?
Durch Workshops, Nachdenken, Gespräche, selbst Erleben, z. B. in Form der Sensibilisierungsworkshops, die meine Kollegin Monika Schmerold, die selbst einen Rollstuhl braucht, anbietet.

Sie sind gebürtige Dänin — und dem europäischen Norden wird ja generell eine fortschrittlichere Haltung sowohl im Umgang mit Inklusion als auch in der Gesetzeslage attestiert. Gibt es konkret Dinge, die Sie dort als vorbildhaft bezeichnen würden?
Oh ja! Beispielsweise im Schulbau, da haben wir viele anregende und erfreuliche Beispiele! Ich freue mich schon sehr auf die anstehende Exkursion Ende August nach Kopenhagen und den geplanten Austausch mit unseren Kolleg_innen von loop.bz, mit denen wir dort Schulen besichtigen werden.

➙ Link zu Raumwert

Genug geredet!

1. Oktober 2014

Die Atempo-Fachkonferenz in Stuttgart widmet sich Praxisbeispielen für Inklusion. Sie zeigen, was möglich wird wenn Menschen oder Unternehmen, egal ob kleiner Betrieb oder Weltmarke, auf schöne Worte mutige Taten folgen lassen. Und sie zeigen welche Vorteile damit verbunden sind. Auch das Publikum ist aktiv gefordert. Zum Beispiel bei der Frage: „Wie können aus hilfsbedürftigen Schützlingen angesehene Fachkräfte werden?“

➙ Hier geht es zum Programm der Konferenz

Oder Design für Alle, ist ein europäisches Gestaltungskonzept, das als soziales Engagement gilt. Es beschäftigt sich damit, Produkte für Alle zu schaffen und bezieht dabei alle möglichen Beeinträchtigungen der NutzerInnen mit ein. In diesem Konzept steht das individuelle Recht jedes Einzelnen im Vordergrund, denn jeder soll die Möglichkeit des Zugangs zu einem Gebäude, einem Service oder einem Produkt haben.