Mobiltelefone & Mobilität: zwei Themen, die mittlerweile immer mehr Zusammenstöße generieren – auch im wortwörtlichen Sinn. Spätestens seit dem aktuellen Pokémon Go-Hype schauen immer mehr Menschen auf ihr Handy statt auf die Straße. Erste gestalterische Ansätze wollen helfen, Unfälle zu vermeiden.

Allgemein gehen wir davon aus, dass im Straßenverkehr Achtsamkeit & empathisches Vorausdenken selbstverständlich ist. Jedoch fordert der mittlerweile ebenso selbstverständliche Blick auf Mobiltelefone Veränderung in der Verkehrsplanung und der Gestaltung von öffentlichen Leitsystemen. An mehreren Orten wird an Lösungen gearbeitet, eine simple und beinahe humorvolle davon findet sich in Chongqing, China.

Zweigeteilster Gehsteig mit eigener Seite für Menschen die ihr Telefon nutzen

Auch in Augsburg werden an ausgewählten, verkehrsintensiven Standorten erste Konsequenzen aus der Häufung von Unfällen gezogen. Fußgänger_innen werden durch in den Boden integrierte Lampen darauf hingewiesen, ob eine Straße gequert werden kann – und damit in ihrer persönlichen Verantwortung unterstützt.

Frau mit Handy in der Hand blickt auf Straße mit integrierten Leuchtpunkten

Einen Schritt weiter geht Melbourne, wo das Designstudio Büro North ein Smart Tactile Paving entwickelt hat. Ähnlich einer Verkehrsampel signalisiert ein Farbsystem “Stop” & “Go” – dabei richten sich die im Boden eingelassenen Lichtlinien vor allem an Menschen mit Blick nach unten.

Büro North formuliert mit dem Projekt ihren zukunftsgestaltenden Zugang zu Design: “Rather than attempting to modify behavior by legislation or punitive laws that will ultimately prove futile, we want to make cities safer by design”. Den Blick manchmal zu heben und visionär über den Horizont zu schauen, lohnt sich also doch – auch um mehr reale Interaktionen zu generieren, als Augmented Realities es vorgeben zu tun.